Annikas BP-Blog

Just another bp-blog – Berufspädagogik an der PH Thurgau

Nachtrag zur Woche 39: Beginn October 3, 2007

Filed under: Medien,Pädagogik — apuk @ 12:31 am

Hier entsteht ein Blog, das das Lernen begleitet und gleichzeitig das Lernen selbst thematisiert. Das heißt auch, dass hier im zweifachen Sinne ‚work in progress‘ beobachtet werden kann: Einmal auf der Ebene meines Verstehen, und andererseits ist auch Didaktik immer ein Prozess – nie abgeschlossen, aber deshalb variabel und revidierbar.[1] Gerade das macht die Form des Blogs für dieses Thema so reizvoll: Die Form selbst ist durch ihre Sukzession prädestiniert für Prozesse, legt vielleicht sogar prozesshaftes Denken nahe. Die Hypertextfähigkeit des Medium schließt sich mit der Notwendigkeit vernetzten Denkens und Lernens in der heutigen Welt kurz. Und in der Form des Blogs drückt sich vielleicht exemplarisch die Wandelbarkeit (des Netzes) aus.

Dennoch: Die Form des Blogs scheint einer gewissen (wissenschaftlichen, nicht emotionalen) Reflexionstiefe und Haltbarkeit gerade aus oben genannten Gründen zu widersprechen. Ein ‚klassisches‘ Blog – auf Wikipedia wird dies erläutert – bezieht Stellung zu Aspekten des eigenen Lebens, aber auch zu Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Die persönliche Färbung wird darin offensichtlich, und sie scheint ein Blog nur allzu leicht ins entweder Beliebige oder Voyeuristische abgleiten zu lassen. Haltbarkeit (im doppelten Sinne: Belegbarkeit und Dauerhaftigkeit), wie sie von und für Wissenschaftlichkeit gefordert und für Reflexion von Prozessualität erforderlich ist, wird damit zu einer widersprüchlichen Bedingung. Aber vielleicht erwächst gerade aus dieser Spannung Spannung?!

Und es ist nicht zu leugnen, dass Kommunikation und Interaktion für Lernen und Didaktik essentiell sind, sodass das Medium dem Thema in diesen Belangen absolut gerecht wird.

Aber da diese Form der Aktion und Interaktion für mich eine neue Erfahrung ist, ist meine Wissen über die Erwartung, die an ein Lern-Blog gestellt werden, gering und zunächst wohl eher als Versuch zu verstehen, der sich hoffentlich in seiner Prozessualität konkretisiert.

Ein solches (Internet-) Vorhaben, das nicht nur auf mediale Begleitung und Reflexion von Seminar und Lernen, sondern auch auf Gruppenprozesse und die mediale Interaktion dieser Gruppe (Modul Berufspädagogik) angelegt ist, zeigt die Heterogenität der Gruppe auf besondere Weise und besonders deutlich: Für die einen ist es selbstverständlich, sich dieses Mediums zu bedienen, für die anderen scheint die Schwelle, sei es die inhaltliche oder die technische, besonders unüberwindbar zu sein. — Aber weil man eine Nähe zu den Schülern sucht, ist es wohl wichtig, eine solche Hürde zu überwinden, um zu wissen, was man in Bezug auf das Lernen im Internet ‚anstellen‘ kann, worüber die Schüler reden und womit sie sich möglicherweise beschäftigen. Das ist eine echte Motivation!


[1] Vgl. Peterßen, Wilhelm H.: Handbuch Unterrichtsplanung. Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen. München, Düsseldorf, Stuttgart 2000. S. 32-38.

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